Das Hindenburg Omen und das Omaha Titanic Syndrom treffen aufeinander – kommt nun der nächste Crash?

Kein Crash ohne Hindenburg Omen und Omaha Titanic Syndrom

Immer wieder sind Anleger und Trader auf der Suche nach dem heiligen Gral. Mitunter werden langfristig auch gerne nach Indikatoren und Indikationen gesucht, welche einen vermeintlich bevorstehenden Crash vorhersagen. Heute beschäftigen wir uns mit dem ominösen Hindenburg Omen und dem Omaha Titanic Syndrom, denn beide Indikatoren warnen aktuell vor einem bevorstehenden Crash des Aktienmarktes. Was ist das nun wieder und warum sollte ich es in meinem Trading beachten?Aber erst einmal der Reihe nach. Sehen wir uns zuerst an, was sich hinter diesen „katastrophalen“ Namen eigentlich verbirgt

Hindenburg Omen (HO) – ein technisches Warnsignal

Anleger, die auf der Suche nach einem zuverlässigen technischen Indikator sind, der das Ende eines Aufwärtstrends vorhersagen könnte, kommen am Hindenburg Omen nicht vorbei. Es handelt sich um einen Marktbreitenindikator, den der blinde Mathematiker James Miekka 1995 veröffentlichte.

Miekka, der Erfinder des Omens, bemerkte einen Zustand an den Aktienmärkten, der nicht häufig vorkommt. Eine hohe Zahl an Aktien markieren neue Hochs, gleichzeitig aber generieren viele Aktien aber auch neue Tiefpunkte. Dieses seltene Ungleichgewicht benannte Miekka nach dem Luftschiff „Hindenburg“ das 1937 abstürzte. Unter dessen Außenhaut entzündete sich Wasserstoff und ließ die Hindenburg bei der Landung in Flammen aufgehen.

Einfach ausgedrückt wird die Anzahl der 52-Wochenhochs mit den 52-Wochentiefs verglichen. In einem Bullenmarkt sehen wir viele neue Höchststände, aber wenig neue Tiefststände. Das Omen soll das Ende eines Aufwärtstrends anzeigen um rechtzeitig vor einer Abwärtsbewegung zu warnen. Unter normalen Bedingungen erreichen die meisten Aktien neue 52-Wochenhochs oder 52-Wochentiefs. Wenn aber beides zur gleichen Zeit auftritt, warnt das Hindenburg Omen davor, dass am Markt Unentschlossenheit herrscht und sich dieser wahrscheinlich an einem Wendepunkt befindet.

Folgende Kriterien beachtete James Miekka zur Omen Bestimmung:

  1. neue Hochs und Tiefs
  2. ein aktuell positiver Trend

Das Hindenburg Omen wird bestätigt, wenn der McClellen-Oszillator negativ ist. Es bleibt unbestätigt bzw. wird aufgehoben, wenn der McClellen-Oszillator positiv ist oder wird. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, bleibt das Hindenburg Omen 30 Handelstage lang aktiv. Miekka hat nach der Generierung eines gültigen Signals vorgeschlagen, den Markt für 30 Handelstage zu verlassen.

Zur Logik des Indikators – die vier unterschiedlichen Markt-Szenarien


Die Aktienmärkte laufen bereits längere Zeit nach oben. Der Bullenmarkt ist bereits weit fortgeschritten, aber viele Aktien markieren fast täglich neue 52-Wochenhochs. Technologie- und Biotechwerte steigen, während Nebenwerte bereits weniger neue 52-Wochenhochs generieren. Andere Anlageklassen fallen und die enthaltenen Aktien markieren auf neuen Jahrestiefs.

Die täglich neuen 52-Wochenhochs finden viel Beachtung, während meist eher unbeachtet, die tägliche Anzahl der neuen Jahrestiefs ebenfalls ansteigt. Wichtige Indizes befinden sich immer noch oberhalb der gleitenden Durchschnitte wie dem EMA 50. Die Schwäche zeigt sich darin, dass bereits mehr Aktien fallen als steigen. In diesem Umfeld sind die Wahrscheinlichkeiten für ein Hindenburg-Omen hoch.

Anders verhält sich dies in Trendsituationen:

  1. Im Aufwärtstrend gibt es wenige neue Tiefs
  2. Im Abwärtstrend nur eine geringe Anzahl an neuen Hochpunkten
  3. In Seitwärtsphasen ist sowohl die Anzahl an neuen Hochs und neuen Tiefs gering

Eine Häufung neuer Hochs und Tiefs signalisiert aber noch kein Omen. Um sicherzustellen das sich der Markt noch im Aufwärtstrend befindet, definierte Miekka, dass sich der NYSE-Index oberhalb des 50-Tage-GD befinden muss. Eine weitere Komponente, dass der Markt bereits innerlich schwach ist, liefert ein negativer McClellan-Oszillator.

Der McClellan Oszillator wurde von Sherman und Marian McClellan bereits 1969 entwickelt. Es ist ein Marktbreiten-Indikator, der die Gesundheit des Gesamtmarktes durch die Auswertung der täglichen Kursbewegungen aller Aktien eines Index anzeigen soll. Der Oszillator fluktuiert um eine Nulllinie. Der McClellan Oszillator misst die Veränderung der gestiegenen und gefallenen Werte eines Index. Er macht auf Übertreibungen aufmerksam und soll so Richtungswechsel signalisieren.

Da es unterschiedliche Kriterien zur Signalbestimmung gibt, hier die von uns verwendete Quelle (sentimenttrader.com) und die drei Signal-Kriterien des HO:

  1. Der S&P 500 liegt über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt
  2. Sowohl neue 52-Wochen-Tiefs als auch 52-Wochen-Hochs an der NYSE sind größer als 2,8% aller fortschreitenden und rückläufigen Probleme
  3. Der NYSE McClellan Oszillator ist negativ

Wenn das Signal ausgelöst wird, ist ein “geteilter” Markt vorhanden, der ungesund ist. Mehrere Signale in einem Cluster sind ein besorgniserregendes Zeichen und sollten als Warnung verstanden werden. Traditionell wird das Signal nach 30 Tagen gelöscht oder wenn der McClellan-Oszillator wieder positiv wird.

Entscheidend ist es, auf die Häufigkeit der Signale zu achten. Einzelne Omen kommen immer wieder einmal vor. Diese sind meist ein Fehlsignal, aber auch ein erstes Warnsignal. Erst wenn sich die Anzahl häuft, und fast täglich ein Omen auftritt, sollte man auf einen möglichen Abschwung vorbereitet sein und bereits Vorkehrungen getroffen haben. Fast alle Markt-Crashs (Kursstürze über 15 Prozent) seit 1987, wurden durch Hindenburg-Omen frühzeitig angezeigt.

Das Hindenburg-Omen ist gerade für diskretionäre Trader als Warnsignal geeignet, da es nicht automatisiert werden kann. Es kann statistisch nicht festgestellt werden, ob der Abschwung nach dem 3., 5. oder 9. Omen erfolgt.

Das Hindenburg-Omen ist ein langfristiger Indikator. Befindet sich der Markt im Aufwärtstrend und generiert zahlreiche neue Höchststände, aber die Zahl der Tiefststände steigt ebenfalls schnell an, ist der Markt „zerrissen“. Es signalisiert, dass ein Abschwung in den folgenden Wochen wahrscheinlich sein könnte.

Wir können das Omen „sehen“ und uns vorbereiten. Miekka der blind war, sah seines tragischer Weise nicht kommen. Er wurde 2014 von einem Fahrzeug erfasst und starb im Alter von 54 Jahren, als er mit seinem Blindenhund die Straße entlang ging.

Das Hindenburg-Omen sollte man nicht isoliert betrachten, da es auch immer wieder zu Fehlsignalen führt. Daher sehen wir uns nun auch das Omaha-Titanic-Syndrom an.

Das Omaha-Titanic-Syndrom (TS) – Panik auf der Titanic

Dieser Crash-Indikator verbreitet eine gewisse Untergangsstimmung bereits im Namen. Neu ist auch dieses Phänomen nicht. 1965 erwähnte Bill Omaha bereits dieses vorläufige Verkaufssignal. Dabei wird das Verhältnis von Hoch- und Tiefpunkten einzelner Indexwerte beobachtet.

Wenn an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen die Anzahl der an der New Yorker Börse gehandelten Aktien, die ihren tiefsten Stand innerhalb eines Jahres markierten, jeweils höher als die Zahl jener Aktien ist, die ein neues Jahreshoch erklommen haben, und dies innerhalb einer Woche nachdem der S&P 500 ein neues Allzeithoch markierte passiert, sprechen Charttechniker von einem „Titanic-Syndrom“.

Erfinder Bill Omaha hat aufgrund der Fehlsignale die Kriterien weiter angepasst. Die Höchst- und Tiefststände müssen an vier von fünf Handelstagen überschritten werden.

Die von uns verwendete Quelle (sentimenttrader.com) verwendet folgende Bedingungen als Kriterien für ein TS:

  1. Der S&P 500 schloss in den letzten 7 Sitzungen auf einem 52-Wochen-Hoch
  2. Neue 52-Wochen-Tiefs übersteigen die 52-Wochen-Hochs an der NYSE

Dies ist ein Warnsignal, das in den nächsten 1 bis 3 Monaten in der Regel vor dem Auftreten von Problemen auftritt.

Da an der NYSE nicht nur US-Aktien, sondern auch viele ausländische Aktien notieren, eignet sich dieses breite Aktien-Universum besonders gut, um Divergenzen zu messen.

Double trouble – HO + TS

Durch die Kombination des Hindenburg Omen und des Titanic Syndrome werden einerseits die Fehlsignale reduziert, und gleichzeitig wird auch die Qualität der Signale erhöht.

Zum ersten Mal seit mehreren Monaten wurden nun an der NASDAQ zwei technische Warnsignale ausgelöst.

Signale des Hindenburg Omen im Zusammentreffen mit dem Omaha Titanic Syndrom

Abb.: 1 Quelle: sentimentrader.com, Daily Sentiment Report November 14, 2019 Signale des Hindenburg Omen im Zusammentreffen mit dem Omaha Titanic Syndrom

Die Grafik in Abb. 1 zeigt uns, dass es relativ ungewöhnlich ist, dass beide Indikationen ( HO+TS) zur selben Zeit ein Warnsignal anzeigen.

Das HO+TS in Kombination, signalisierten frühzeitig den Crash von 1987. Auch das Ende der “New Economy” im Jahr 2000 zeigten diese Indikatoren an und läuteten damit einen mehrjährigen Bärenmarkt ein. Der Finanzkrise 2007/2008 ging ebenfalls die Kombination aus HO+TS voraus.

Ergebnisse der beiden Indikatoren bei deren Aufeinandertreffen

Abb.: 2 Quelle: sentimentrader.com, Daily Sentiment Report November 14, 2019

Die Tabelle in Abb. 2 zeigt uns die Renditen des Nasdaq, nachdem beide Warnungen zum ersten Mal seit mindestens einem Monat aufgetreten sind. In vielen Fällen war die 1-Jahres Rendite nach dem die Signal-Kombination aus HO+TS getriggert wurde, negativ. Fehlsignale gab es in den positiven Jahren 1991 und 1996. Die übrigen positiven Jahre boten ein eher schlechtes Risiko-Ertrags-Verhältnis.

Märkte halten sich nicht an Regeln. Aber es gibt Richtlinien und Signale, die wir als Trader beachten können. Auch wenn es keinen technischen Indikator gibt, der die Marktbewegung zu 100% vorhersagen kann, gehört die Analyse der Märkte zum guten Risikomanagement. Anleger sollten aber nicht rein nach diesem Syndrom agieren.

Beide Indikatoren versuchen Zeiten zu erfassen, in denen ein Index gut lief, es aber unter der Oberfläche bereits Unruhen gab – wie dies im Vorfeld auch bei der Hindenburg und der Titanic zu beobachten war, bevor es zum Unglück kam.

Fazit: Wie können wir als Trader nun auf ein solches Warnzeichen reagieren?

Laufende Positionen sollten enger abgesichert werden, auf die Eröffnung neuer Long-Positionen sollte größtenteils verzichtet werden und Absicherungstrades können bereits vorbereitet werden.

Wenn es nun zu einem starken Abschwung kommen würde, werden wir aus bestehenden Positionen ausgestoppt und bauen somit unsere Cash-Position auf. Damit sind wir im Markt nicht mehr verwundbar und können an der Seitenlinie in Ruhe warten, bis der Markt seine Richtung gefunden hat. Wenn wir danach wieder eindeutige Setups bekommen, können wir wieder beginnen erste Long-Positionen aufzubauen.

Liebe Trader,

Warnsignale sind eben erst einmal Warnsignale und keine Verkaufs- oder Short Empfehlungen. Lasst euch von den Crashpropheten nicht verunsichern, aber seit vorbereitet – so funktioniert gutes Trading!

 

Quellen und weiterführende Hinweise:

https://www.sentimentrader.com

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